Spurensuche

Nächste Fristen für die Einreichung von Projektskizzen: 30.09.2018 und 31.01.2019

In der zweiten Förderphase werden die inhaltlichen Zielrichtungen von "Wege ins Theater" fortgesetzt: Es geht weiterhin darum, Kinder und Jugendliche ins Theater einzuladen und ihnen die Möglichkeit zu geben, Theater für sich zu entdecken, Theater zu spielen und Theater mitzugestalten.

Die Projekte werden weiterhin von drei institutionellen Partnern durchgeführt und richten sich an Kinder und Jugendliche zwischen 3 und 18 Jahren, die in sozialen, finanziellen und/oder bildungsbezogenen Risikolagen aufwachsen. Voraussetzung ist weiterhin, dass die Projekte außerhalb des regulären Schul- oder Kita-Betriebs stattfinden.

Folgende Fördervorgaben wurden geändert:

  • Die neuen Projektformate heißen "Theater-Entdecker*innen", "Theater-Spieler*innen" und "Theater-Macher*innen", zusätzlich zu Theater-Spieler*innen oder Theater-Macher*innen kann eine TheaterReise beantragt werden.
  • Die Bündnisse erhalten eine Verpflegungspauschale für Teilnehmende. Die Verpflegungspauschale wird anhand der Teilnehmerliste berechnet und geprüft.
  • Bei Angeboten, die regelmäßig für eine Gruppe stattfinden, werden die Teilnehmerlisten nur einmal von den Teilnehmenden unterzeichnet. Für alle anderen Termine dokumentieren die Honorarkräfte die Anwesenheit und bestätigen für die gesamte Veranstaltung (alle Termine) die Richtigkeit der Angaben.
  • Die Honorarsätze werden auf 60€ pro Stunde erhöht und beinhalten die Vor- und Nachbereitung sowie die Fahrtkosten (bis zu einer Höhe von 10 € pro Termin).
  • Die Projektskizze wird zuerst nur per Email und ohne Kalkulation eingereicht. Nach der positiven Juryentscheidung erfolgt die Einreichung der formalen Antrags über das neue Verwaltungssystem.

Die ASSITEJ erhält für die Jahre 2018-2022 bis zu 5 Millionen Euro für die Förderung lokaler Projekte. Die nächste Frist für die Einreichung von Projektskizzen ist der 30.09.18. Es folgen weitere Fristen jeweils am  31.01., am 30.04. und am 30.09.  jedes Jahres. Wenn Sie kontinuierlich über Fristen, Veranstaltungen und Neuigkeiten im Programm "Wege ins Theater" informiert werden möchten, melden Sie sich bitte in unserer Mailingliste an. 

Informationen zur Förderung durch "Wege ins Theater" 2018-2022

Informationen zur Förderung von Theaterprojekten im Rahmen von "Wege ins Theater"

An folgenden Terminen stellen die Mitarbeiterinnen des Projektbüros "Wege ins Theater" vor und stehen für Rückfragen zur Verfügung: 

17.06. Projektvorstellung und Rückfragemöglichkeiten zu "Wege ins Theater" im Rahmen der Sitzung des ASSITEJ Arbeitskreises Bayern in Fürth, nur für Mitglieder des Arbeitskreises Kinder- und Jugendtheater Bayern. 

17.06. jungplusX Festival Bielefeld, Informationsstand beim Netzwerkforum für Kulturelle Bildung in Bielefeld.

17.07. Projektvorstellung und Rückfragemöglichkeiten zu "Wege ins Theater" im Rahmen der Sitzung des ASSITEJ Arbeitskreises Baden-Württemberg in Baden Baden, nur für Mitglieder des Arbeitskreises Kinder- und Jugendtheater Baden-Württemberg. 

24.07. Teilnahme an Informationsveranstaltung der Beratungsstelle "Kultur macht stark" Baden Württemberg in Freiburg.

 

Wenn Sie im Rahmen einer Fachveranstaltung oder eines Festivals über Fördermöglichkeiten im Rahmen von "Wege ins Theater" informieren möchten, sprechen Sie uns gerne an. 

 

 

 

Wege ins Theater - Bilanz und Ausblick

Pressemitteilung Frankfurt am Main, 20.12.2017

Die Internationale Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche ASSITEJ zieht eine positive Bilanz ihres Programms "Wege ins Theater!". In den vergangenen fünf Jahren sind über 4.500 Kinder und Jugendliche diese neuen Wege gegangen, um das Theater zu entdecken und mitzugestalten.

Möglich wurde dies durch das Programm "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Es fördert außerschulische Angebote für Kinder und Jugendliche mit einem erschwerten Zugang zur Bildung und kulturellen Teilhabe. Die Projekte werden von Bündnissen mit mindestens drei lokalen Partnern durchgeführt.

An "Wege ins Theater!" beteiligten sich von 2013 bis 2017 rund 100 Bündnisse aus 13 Bundesländern, insgesamt wurden Anträge mit einem Fördervolumen von rund 2 Millionen Euro bewilligt. Theater, Vereine, Kindertagesstätten und Freizeiteinrichtungen haben gemeinsam über 200 künstlerische Maßnahmen realisiert.

Wenn Kindertagesstätten und Grundschulen zu Gast bei den darstellenden Künsten sind, dann sind alle dabei, mit oder ohne Migrationshintergrund, aus allen Schichten, mit allen Religionen. Ein solches Theater ist mehr denn je ein Experimentierfeld. Denn es gilt nicht, möglichst viele Zuschauer*innen gleichzeitig zu bespielen, sondern jede Zuschauerin und jeden Zuschauer zu jeder Zeit ernst zu nehmen, betont Prof. Dr. Wolfgang Schneider, Vorstandsvorsitzender der ASSITEJ.

Die geförderten Projekte waren denkbar verschieden: So erforschten z.B. in "Industriegebietskinder" Theaterpädagog*innen und Künstler*innen mit den Jugendlichen vor Ort, wie es sich in Industriebrachen lebt, die ehemals zu den großen Wirtschaftszentren Deutschlands zählten und nahmen sie als Expert*innen ihres Alltags ernst. Die Projekte richteten sich an Kinder und Jugendliche in einem Stadtteil oder an bestimmte Zielgruppen wie z.B. Roma, Geflüchtete oder Kinder arbeitsloser Eltern. "Wege ins Theater!" förderte ein breites Spektrum an Theaterformen: vom Tanzprojekt über Theater im öffentlichen Raum bis zu biografischem Theater; die Themen reichten vom Universum über die Rolle von Geld bis zu Computerspielen. Immer ging es aber darum, Kinder und Jugendliche teilhaben zu lassen, an dem was Theater alles sein kann.

Projektinitiorin Rebecca Hohmann vom Theater Bremen ist von "Wege ins Theater!" überzeugt: Teilhabe beginnt dann, wenn ich überhaupt erst einmal die Möglichkeit habe, etwas kennenzulernen. Das ist der erste Schritt. Doch auch das ist nicht einfach. Wir als Theatermacher*innen haben manchmal keine wirkliche Idee davon, wie schwierig dieser erste Schritt ist. In einem Umfeld, in dem es keinerlei Bezug zum Theater gibt, kann man mit Plakaten oder Werbeflyern nichts erreichen, denn es gibt keine Vorstellung davon, was Theater ist. Deshalb ist es wichtig, vor Ort zu sein, Hemmschwellen und Barrieren so klein wie möglich zu halten und in den direkten Kontakt zu gehen. Die Verpflichtung, Bündnisse einzugehen, empfinde ich als wertvoll, da man dadurch in die Netzwerke der Stadtteile vor Ort hineinkommt.


Erfahrungen, Diskurse und Praxisbeispiele aus dem Förderprogramm "Wege ins Theater" haben Projektleiterin Anna Eitzeroth und Wolfgang Schneider in der Publikation "Partizipation als Programm - Wege ins Theater für Kinder und Jugendliche", zusammengefasst, die im Oktober 2017 im transcript Verlag erschienen ist.

Von 2018 bis 2022 geht das Programm "Kultur macht stark" in eine zweite Runde, in der bis zu 250 Millionen Euro für Projekte kultureller Bildung bereitgestellt werden, davon über 20 Millionen Euro für den Theaterbereich. Auch für das Projekt "Wege ins Theater" der ASSITEJ beginnt am 1. Januar 2018 eine zweite Förderphase und erhält bis zu 5 Millionen Euro für die Förderung lokaler Projekte.

In der nächsten Projektphase wollen wir mit neuen Formaten mehr Bündnisse - insbesondere auch im ländlichen Raum - erreichen und erhoffen uns, doppelt so vielen Kindern und Jugendlichen Wege ins Theater zu eröffnen. Denn diese Projekte haben das Potenzial, Kindern und Jugendlichen neue Welten zu eröffnen und Perspektiven sichtbar und hörbar zu machen, die bisher zu wenig Aufmerksamkeit erhalten haben, erklärt Anna Eitzeroth abschließend.

Wege ins Theater 2018-2022

Das Programm "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung" geht ab Januar 2018 in eine zweite Förderphase, die bis einschließlich 2022 geht. In dieser zweiten Förderphase stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung bis zu 250 Millionen Euro für Projekte kultureller Bildung mit benachteiligten Kindern und Jugendlichen zur Verfügung. 

Die wesentlichen Ziele und Förderschwerpunkte des Programms bleiben erhalten: es geht weiterhin um die Förderung von Bündnissen mit mindestens drei Institutionellen Partnern, die außerschulische Projekte für Kinder und Jugendliche initiieren, die in finanziellen, sozialen oder bildungsbezogenen Risikolagen aufwachsen. 

Auf Wege ins Theater wird in der zweiten Förderphase umgesetzt. Die inhaltlichen Schwerpunkte der ersten Förderphase werden fortgesetzt, die Projektformate wurden jedoch inhaltlich, organisatorisch und administrativ weiterentwickelt. 

Auch in Wege ins Theater 2018-2022 gibt es drei eigenständige Projektformate (=Maßnahmen): 

Im Projektformat Theater-Entdecker*innen erhalten Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, erste Theatererfahrungen zu sammeln, indem sie Theater sehen, kennenlernen und ausprobieren. Das Projektformat hat eine Laufzeit von 18-30 Teilnehmer-Stunden und ist für Kinder und Jugendliche von 3-18 Jahren sowie deren Eltern geeignet und kann auch als Einstiegs- oder Erprobungsformat für die Projektformate Theater-Spieler*innen oder Theater-Macher*innen genutzt werden. 

Im Projektformat Theater-Spieler*innen erobern die Bühne. Sie arbeiten an einem Projekt, das am Ende öffentlich präsentiert wird und erhalten so die Chance, einen Theaterprozess zu erleben und mitzugestalten. Das Projektformat hat eine Laufzeit von 30-100 Teilnehmer-Stunden und ist für Kinder- und Jugendliche von 6-18 Jahren sowie ggf. deren Eltern geeignet. Die Teilnehmenden sehen mindestens zwei professionelle Theateraufführungen und treffen wesentliche Entscheidungen im Probenprozess. 

Im Projektformat Theater-Macher*innen mischen sich die Teilnehmer*innen ins Theater ein - auch hinter den Kulissen. Sie können als Jugend-Jury über die Vergabe einen Preises entscheiden oder als Kinder-Kuratoren darüber, welches Gastspiel eingeladen wird, sie bieten Publikumsgespräche für Kinder und Jugendliche an oder gestalten die Matinée zu einer Theaterproduktion für junges Publikum. Sie können als Kindertheaterbeirat das Theater beraten, als Kinder-Kultur-Veranstalter ein Gastspiel im Jugendzentrum organisieren oder als Theaterscouts in ihren Sozialräumen aktiv werden. Das Projektformat Theater-Macher*innen hat eine Laufzeit von 100-180 Stunden, ist für Kinder und Jugendliche zwischen 6-18 Jahren sowie ggf. deren Eltern geeignet. Die Teilnehmenden sehen mindestens drei professionelle Theaterveranstaltungen und gestalten selbst eine Veranstaltung, in der sie Kindern, Jugendlichen und/oder Familienangehörigen Wege ins Theater eröffnen. 

Zusätzlich zu den Projektformaten Theater-Spieler*innen und Theater-Macher*innen kann eine TheaterReise beantragt werden, in der die Teilnehmenden, die Honorarkräfte und ggf. Ehrenamtliche Helfer*innen und Betreuer*innen gemeinsam wegfahren um z.B. zu recherchieren, zu proben und zuexperimentieren. Das Projektformat TheaterReise ermöglicht den Teilnehmenden , außerhalb des Alltags intensiv zusammen zu arbeiten, sich besser kennen zu lernen und das Projekt gemeinsam weiter zu entwickeln. Das Projektformat TheaterReise hat eine Laufzeit von 3-6 Tagen und kann nur an verlängerten Wochenenden oder in Ferienzeiten stattfinden. 

 

 

Druckfrisch: Partizipation als Programm. Wege ins Theater für Kinder und Jugendliche

Im finalen Jahr des Projekts "Wege ins Theater" im Rahmen des Bundesprogramms "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung" erscheint die Publikation "Partizipation als Programm. Wege ins Theater für Kinder und Jugendliche". Sie bringt verschiedene Perspektiven zusammen: Im Kapitel "Perspektiven aus der Gesellschaft" werden übergeordnete Aspekte der Kulturellen Bildung erörtert und z.B. Bezüge zur Diversity Education und zur Nicht-Besucher-Forschung. Das Kapitel "Perspektiven für die Praxis" stellt Theaterprojekte vor, in denen mit nicht-privilegierten Kindern und Jugendlichen gearbeitet wurde, und im Kapitel "Perspektiven für eine partizipative Programmatik" kommen Experten zu Wort, die einen größeren Überblick über Projekte und Konzeptionen, Entwicklungen und Tendenzen in der partizipativen Theaterarbeit haben. Ein Blick über den Tellerrand wird im Kapitel "Perspektiven für die Kulturlandschaft" geworfen: Was können Theater-Akteure im Bereich der Kulturellen Bildung für benachteiligte Kinder und Jugendliche von Ihren Kollegen im Museum, in der Musik und im Film lernen? Abschließend werden politische Diskurse und Rahmenbedingungen in den Blick genommen: Kulturelle Bildung ist im Dreieck zwischen Bildungs-, Jugend- und Kulturpolitik verortet - welche Rahmenbedingungen müssen diese Politikfelder schaffen, um Kulturelle Bildung zu fördern? 

Wie können Kinder und Jugendliche, insbesondere jene, die unter prekären Bedingungen aufwachsen, die Chanve erhalten, Theater Tanz und Performance für sich zu entdecken? Die Publikation "Partizipation als Programm" versammelt Anregungen, Beispiele, Erfahrungen und Herausforderungen für Theatermacher*innen und Bildungsakteure, die das herausfinden möchten.

Herausgeber*innen: Wolfgang Schneider, Anna Eitzeroth. transcript Verlag 2017. 

Schleimlabor und Zuckerwatte

Carmen Waack von der Fräulein Wunder AG beschreibt Begegnungen zwischen Kunst und Alltag mit Jugendlichen in der Hildesheimer Nordstadt im Rahmen des Projekts "Wege ins Theater" für die neue Ausgabe der IXYPSILONZETT.